Gesundheit ist ein Grundrecht. Sie darf nicht vom Einkommen, der Herkunft oder dem Wohnort abhängen.
Als Ärztin erlebe ich täglich, wie eng Gesundheit mit den Lebensbedingungen von Menschen verbunden ist. Deshalb denke ich Gesundheit ganzheitlich: Gute medizinische Versorgung, Prävention und gesunde Lebensbedingungen gehören für mich untrennbar zusammen.
Gesundheitsversorgung stärken bedeutet für mich eine bedarfsgerechte, wohnortnahe und hochwertige medizinische Versorgung – unabhängig davon, wo Menschen leben oder wie viel sie verdienen.
Prävention fördern heißt, Krankheiten möglichst zu verhindern, bevor sie entstehen. Gesundheitsförderung muss im Alltag beginnen – in Kitas, Schulen, am Arbeitsplatz und in unseren Kiezen.
Pflege stärken bedeutet, gute Arbeitsbedingungen für Beschäftigte zu schaffen und pflegende Angehörige besser zu unterstützen. Eine würdevolle Pflege muss für alle zugänglich sein.
Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz. Die Klimakrise ist längst eine Gesundheitskrise. Hitzewellen gefährden besonders ältere Menschen, Kinder, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen und alle, die im Freien arbeiten. Deshalb ist Klimaschutz für mich immer auch Gesundheitsschutz.
Mehr Stadtgrün, Schatten, Trinkwasserbrunnen und wirksame Hitzeschutzmaßnahmen schützen die Gesundheit und machen unsere Kieze lebenswerter. Hitzeschutz muss deshalb ein fester Bestandteil moderner Gesundheitspolitik sein.
Doch all diese Maßnahmen lindern längst nur Symptome statt die Ursachen anzugehen. Wer Menschen konsequent für Hitze schützen möchte, muss eine konsequente Klimapolitik umsetzen.
Feministische Gesundheitspolitik bedeutet für mich, Gesundheit konsequent aus der Perspektive aller Menschen zu denken. Noch immer besteht ein erheblicher Gender Health Gap: FLINTA* werden in der medizinischen Forschung unterrepräsentiert, Krankheiten werden häufig später erkannt, Symptome anders bewertet und Therapien orientieren sich oft an männlichen Standards. Das hat schwerwiegende Folgen für Diagnostik, Behandlung und Gesundheit.
Ich setze mich dafür ein, dass geschlechtersensible Medizin selbstverständlich wird – von der Forschung über die Ausbildung bis zur Versorgung. Dazu gehören eine stärkere Berücksichtigung von Frauen und bislang unterrepräsentierten Gruppen in klinischen Studien, mehr Wissen über geschlechtsspezifische Erkrankungen und Symptome sowie eine Gesundheitsversorgung, die die Bedürfnisse aller Menschen berücksichtigt.
Feministische Gesundheitspolitik ist für mich keine Politik für wenige, sondern der Anspruch auf eine gerechte und hochwertige Gesundheitsversorgung für alle.
Gesundheit für alle bedeutet auch, Barrieren abzubauen und eine Gesundheitsversorgung zu schaffen, die die Bedürfnisse aller Menschen berücksichtigt – unabhängig von Geschlecht, Alter, Behinderung, Herkunft oder sexueller Identität.